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Alexandra, 19, macht ihr Freiwilliges soziales Jahr beim CBF in Darmstadt.

Alexandra, 19, im CBF Darmstadt.

Offenheit und Rücksicht – Alexandra und ihr Engagement für Menschen mit Behinderung

Alexandra leistet ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im „Club Behinderter und Ihrer Freunde in Darmstadt und Umgebung e.V.“ (CBF). Die 19-Jährige ist dort eine von momentan 25 Freiwilligen. Ihre Aufgabe besteht vor allem darin, behinderte Kinder in die Schule zu begleiten, Fahrdienste zu übernehmen und zuhören zu können. „Am wichtigsten ist Empathie“, meint sie und ergänzt: „Es ist wichtig, offen auf das Kind zuzugehen, und darauf Rücksicht zu nehmen, dass jedes Kind unterschiedlich ist.“ Im Moment arbeitet die Odenwälderin als „Springerin“. Das bedeutet, dass sie verschiedene Schützlinge betreut und immer dort „einspringt“, wo sie gebraucht wird. Im Laufe des FSJ kann ihr aber auch ein Kind fest zugeordnet werden. Zwei integrative Heilpädagogen, ein Sozialpädagoge und eine Pädagogin mit dem Schwerpunkt Erziehung und Bildung in der Kindheit unterstützen Alexandra bei ihrer Arbeit und leiten sie an.

Wegweiser in den Beruf

Alexandra ist voll in das Betreuerteam integriert. Trotzdem gibt es viele Momente, in denen sie selbst entscheiden muss. „In der Zeit hier hab ich gelernt, wie man mit Menschen umgehen und auf sie zugehen kann“, beschreibt die 19-Jährige ihre Fortschritte. Das FSJ ist für sie auch ein Wegweiser in den Beruf. Alexandra will nach ihrem Freiwilligendienst eine soziale Ausbildung machen. Oft kommt es im CBF-Darmstadt auch vor, dass ehemalige Freiwillige als qualifizierte Fachkräfte an ihre alte Wirkungsstätte zurückkehren. Als fachliche Vorbereitung dienen dazu auch die Seminare, die regelmäßig während des Freiwilligendienstes auf dem Programm stehen. Dort setzen sich Alexandra und die anderen damit auseinander, wie Behinderungen entstehen können, hinterfragen körperliche, gesellschaftliche und soziale Normen und sammeln Input zu den Themen Schulbegleitung und Beeinträchtigung. Einmal im Monat nimmt Alexandra auch an den Teamsitzungen des Betreuerstabs teil.

Selbstbestimmter Schulalltag

Durch ihr Engagement ermöglicht die 19-Jährige Kindern mit Behinderung, ihren Schulalltag selbstbestimmt leisten zu können. In dieser Tradition handelt auch der CBF, der vor 40 Jahren als Selbsthilfeverein entstanden ist. Seitdem hilft er Menschen mit Beeinträchtigungen, ihren Lebensweg selbstbestimmt wählen zu können. Mit ihrem Dienst trägt Alexandra ein Stück zu dieser Freiheit bei. Den Anfahrtsweg von ihrem Wohnort im Odenwald nach Darmstadt nimmt sie dafür gerne auf sich. Und langweilig wird ihr auf dieser Fahrt nie. Denn was sie ganz früh in ihrem Freiwilligen Sozialen Jahr gelernt hat, ist Geduld.

von Dominik Steiner