Feedback
Logo DER PARITÄTISCHE HESSEN Freiwilligendienste Freiwilligendienste 
BFD und FSJ
Start > Blog > Allgemein > das erste Seminar
Weil Du gebraucht wirst - Blog

Das ominöse erste Seminar…  oder die Antwort auf die Frage: Was geht bei einem Seminar im Freiwilligendienst eigentlich so vor sich? Aus der Sicht eines Betroffenen und nur leicht zensiert! 😉

Am 23. September 2013 war es soweit, der Tag des ersten Seminars der FSJ-Gruppe 2  war endlich gekommen. Offizieller Beginn des ganzen Spektakels war um 14 Uhr, doch mussten vorher erst einmal alle Teilnehmenden eintreffen. Mit dem Zug, dem Auto oder dem Bus, manch einer hatte eine halbe Weltreise zu unternehmen, andere nur eine zehn Minutenfahrt… Trotzdem schafften es alle Nichterkrankten einigermaßen pünktlich einzutreffen.

 Der verhängnisvolle „erste Stuhlkreis“!

 Ein paar Leute kannten sich, andere nicht, aber hatten sich schon die wenigen Minuten bevor alle eingetroffen waren etwas näher kennengelernt und der Rest kannte sich absolut gar nicht. Dann begann das, was unweigerlich passiert wenn man fremde Menschen trifft… der erste Eindruck bildet sich, aus Vorurteilen, Klischees und dem augenscheinlichen Aussehen. Assi, Schleimer, Streber, Opfer etc. … was auch immer allen FSJlern durch den Kopf gegangen sein mag, nach wenigen Minuten bildeten sich kleinere Gruppen, welche sich gut verstanden und auch dazu führten, eine schnelle und unkomplizierte Zimmeraufteilung zu erstellen.

 Ein gemeinsames Kuchenessen, die Einführung in die Agenda der Woche und das Beziehen der Zimmer folgten. Die Verbundenheit der Gruppen auf den einzelnen Zimmern verstärkte sich bei den unausweichlich auftretenden Gesprächen während des Bettenbeziehens und danach ging es zum Grillen. Besagtes Grillen diente im Grunde genau der Verbrüderung aller FSJler, nicht, dass es seinen Sinn verfehlte, doch lieferte es wohl nicht die Ergebnisse in dem Ausmaß, welches man sich erhofft hatte. Auch wenn nun Informationen folgen, welche den Bericht nicht chronologisch erscheinen lassen, so muss zur Klärung des begonnen Themas dennoch vorgegriffen werden, denn dem Grillen des ersten Abends folgten jeden Morgen und anderen Sitzungen „Kennlern-/Aufwärmspiele“, Wachwerden und Kennenlernen war das Motto, die Spiele waren allesamt sehr lustig und unterhaltsam und führten zu vielen Lachern und einer Menge Spaß, auch wenn sie am letzten Tag in der Häufigkeit doch ein wenig auf Widerstand stießen.

 Um nun endlich zum Kern zu kommen, welcher dafür sorgte, dass alle FSJler sich nicht weiterhin in ihren kleinen Gruppen bewegten, sondern eine große Einheit wurden, welche niemanden ausschloss, sondern jeden akzeptierte und „Jeder mit Jedem“ etwas unternahm…dieser Kern besteht aus zwei Elementen.

1. das allabendliche Programm der Teamer: „FREIWILLIG“, dieses Wort sorgte dafür, dass es ungezwungen war und somit jeder selbst entschied ob er wollte oder nicht. Die Gruppen vermischten sich und jeder nahm an der Aktivität teil, an der er teilnehmen wollte. Spaß hatten alle, bei dem was sie machen wollten.

2. der Aufenthalt in der Kellerhalle, zwei Billardtische, zwei Tischtennisplatten und 1 Tischkicker. Jeder kam und ging wie er wollte, es wurde Musik gehört, getrunken, gespielt, getanzt, geschwätzt, jeder machte was er wollte mit wem er wollte, so entstand eine Verbundenheit, welche durch den Wechsel der Personen mit denen man etwas unternahm, aufgrund des freiwilligen Abendprogramms, das gesamte Spektrum umfasste.

 Aber auch das Programm an den Tagen selbst, bestand es mal nicht aus organisatorischen Dingen, sprach die Menge an. Wer erinnert sich nicht an unsere absolut nicht kläglich versagten Versuche aus Strohhalmen Schiffchen zu bauen, welche im Stande sein sollten einen Prittstift zu tragen… meiner Erinnerung nach ging nicht eines der Schiffe unter! Andere Aktionen, wie die „menschenunwürdige“ Massenstapelung der FSJler auf die geringst mögliche Anzahl an Stühlen, die sportlichen Aktivitäten oder die Erlaubnis der kreativen Entfaltung fanden bei allen großen Anklang. Neben den spaßigen Themen standen auch jene an, welche dazu dienten den FSJlern alle Seiten des sozialen Dienstes darzulegen, indem die einzelnen Bereiche von den FSJlern erarbeitet und dann in einer Präsentation vorgestellt wurden. Auch wenn die Arbeit sehr an die Schulzeit erinnerte und dies vielen lästig vorkam, so war es für die Zuhörer stets ein sehr interessanter Einblick in andere Bereiche eines möglichen Berufsweges.

 Nach Arbeit, Spaß und Kreativität überraschte viele auch noch eine andere Begebenheit, das Essen. Man stellte sich vorher auf den kaum runterzubekommenden Fraß von normalen Jugendherbergen ein, in welchen man in seiner Schulzeit schon so manches nicht identifizierbares „Essen“ herunterwürgen musste. Doch dem war nicht so. Das Essen der Jugendherberge Maria Einsiedel war absolut genießbar und wurde nur noch von der großartigen Freundlichkeit der netten Damen der Küche getoppt, welche einem eher die Arbeit des Küchendienstes abgenommen hätten, als ihn einen selbst verrichten zu lassen. Nur war die Uhrzeit für die Pflichtanwesenheit beim Frühstück für die meisten Leute aufgrund von absolut „nicht“ zu kurzen Nächten vielleicht ein klitzekleines Problem.

 Der letzte Abend, welcher mit einem Pflichtprogramm endete gefiel wohl jedem. Er machte einfach nur Spaß und brachte die Möglichkeit der eigenen Meinung Gehör zu verschaffen am Freitag. Außerdem bot man jedem eine Chance das zu verbessern, was ihm nicht gefiel und das was ihm gefiel auch deutlich zu machen. So hat das erste Seminar viele neue Verbindungen und Freundschaften verschafft (was man an dem Austausch von Handynummern und den Facebookfreundschaftsanfragen ableiten kann) und wohl jedem eine Vorfreude auf die noch kommenden Seminare und Bildungstage gebracht.